Bier des Jahres 2013: Bevog Kramah IPA

Kramah1

Obwohl mein Blog noch sehr jung ist, nehme ich es mir bereits heraus, anlässlich des Jahreswechsels eine Kür für mein vergangenes kulinarisches Jahr durchzuführen. Wie sinnvoll diese saisonal auftretenden Massenkürungen generell sind, lasse ich jetzt offen. Für mich ist es die Möglichkeit, ein Produkt (oder in Zukunft ein Rezept), das mich im vergangenen Jahr besonders beeindruckt hat, hervorzuheben.

Besten Gewissens erkläre ich deshalb hiermit das Kramah IPA der Brauerei Bevog zu meinem persönlichen Bier des Jahres 2013. Bevog ist eine kleine slowenisch-österreichische Brauerei in Bad Radkersburg in der Steiermark. Für den slowenischen Braumeister war der Amtsweg für die Gründung einer Brauerei in Slowenien offenbar dermaßen holprig, dass er kurzerhand samt seinen neuen Kesseln über die Grenze nach Österreich gekommen ist. Gut für uns, denn diese Biere hätten uns gefehlt.

Die Geschichte, warum das India Pale Ale so heißt, hat fast schon einen Bart und steht mittlerweile auf jeder zweiten Flasche oben. Wahr scheint es offensichtlich ohnehin nicht ganz zu sein, wie hier nachzulesen ist. Richtig ist demnach, dass den englischen Brauern für Exportbiere in wärmere Weltgegenden ein höherer Hopfenanteil empfohlen wurde. Das für die britische Kolonie Indien gedachte Pale Ale kam auch auf den britischen Markt und bekam so seinen Namen.

kramah2

Handeln tut es sich um ein vor allem stark gehopftes und häufig auch stark eingebrautes Bier. Die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die diese Menge an Hopfen bietet, hat dazu geführt, dass so gut wie jeder Kleinbrauer ein IPA im Sortiment hat. Es handelt sich quasi um die Königsklasse und definitiv auch um einen meiner liebsten Bierstile.

An das eher “herbe” Aroma muss man sich gerade im hopfenarmen Österreich zuerst gewöhnen. Vielleicht sollte man es auch dabei belassen, denn erst einmal auf den Geschmack gekommen, sind viele andere Biere um mindestens ein Niveau herabgestuft.

Zurück zum Kramah IPA: Der intensive Geruch des Bieres ist für jeden überraschend und auch im Vergleich mit anderen IPAs eine Bombe. Ich habe bereits einige Flaschen zu Hause geöffnet und ich kann es niemals lassen, einige Minuten vor dem ersten Schluck nur daran zu schnüffeln. Es duftet nach Mango und schwarze Johannisbeere. Manche erkennen auch Holunder. Der Schaum ist dicht und fest, die Farbe geht sehr in Richtung Orange.

Außergewöhnlich sind auch die fantasievollen Etiketten mit einer Serie fiktiver Sagengestalten. jDie Bezugsquellen sind derzeit noch eher rar, aber laut der Facebook-Seite will sich Bevog bemühen, 2014 den österreichischen Markt stärker zu beliefern. Neue Experimente sind ebenfalls geplant, zu denen auch ein Bier mit “wilder” Hefe gehört. Lambic? Gose? Bin sehr gespannt.

kramah3

Leave a Reply