The Dairy Feast oder die “Ryan-ist-nicht-mehr-laktoseintolerant-Party”

Meinem kanadischen Freund Ryan wurde vor einigen Jahren durch einen Arzt in seinem Heimatland eine Laktoseintoleranz diagnostiziert. Um diese Situation noch zu verschlimmern, war Ryan danach nach Österreich übersiedelt und in meine WG gezogen, wo ein nicht unwesentlicher Teil des Kühlschrankvolumens für den Käsevorrat gebraucht wurde: Gereifter oder jüngerer Bregenzerwälder Bergkäse, manchmal auch ein Tilsiter oder ein Emmentaler aus der Milch glücklicher Bregenzerwälder Kühe. Vermutlich um dieser Tortur zu entgehen, zog er bald auch wieder aus.

Wir trafen uns letztlich wieder gemeinsam mit anderen Freunden und er hatte eine Überraschung parat. Er war das Opfer einer Fehldiagnose geworden und hatte den qualvollen Verzicht unnötig erleiden müssen. Als inoffizieller Vertreter einer Käseregion war mir aber genauso den anderen Anwesenden sofort klar, was zu tun war. Die verlorenen Jahre des Käse- und Milchproduktekonsums mussten wieder wett gemacht werden – möglichst an einem einzigen Abend. Und so wurde die Idee einer „Ryan-ist-nicht-mehr-laktoseintolerant-Feier“ mit entsprechend milchproduktelastigem Menü geboren. Menüplanung und Durchführung nahm ich als willkommene Herausforderung gerne an. Kurzerhand wurde die Veranstaltung von anderen englischsprachigen Gästen bereits im Vorhinein zum “Dairy Feast“ umgetauft.

Das Ganze ist schon ein paar Monate her, ich möchte aber trotzdem das Menü und die Rezepte hier verewigen. Leider wusste ich damals noch nicht, dass ich irgendwann Fotos benötigen werde und muss mich deshalb für die wenigen Bilder und die schlechte Qualität entschuldigen.

Amuse Gueule: Käsebällchen

  • 200 g Bergkäse
  • 200 g Frischkäse
  • für die Panade: gemahlene Haselnüsse, edelsüßes Paprikapulver, Schnittlauch

Bergkäse reiben, mit dem Frischkäse vermischen, mit nassfeuchten Händen die Bällchen formen und dann in einem von drei vorbereiteten Tellern mit Nüssen, Paprikapulver oder kleingehacktem Schnittlauch wälzen.

Käsebällchen

Vorspeise: Gebackene Tomaten, gefüllt mit Feta und Balkonkräutern

  • 8 Tomaten
  • 250 g Feta
  • 200 g Ricotta
  • frische Balkonkräuter, hier eine ordentliche Menge Oregano und Thymian
  • Salz, Pfeffer
  • Salatbett: Rucola, Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer

Von den Tomaten eine Art Deckel abschneiden, aushöhlen. Die Füllung aus Feta, Frischkäse Ricotta den kleingehackten Kräutern herstellen, salzen, pfeffern und hineingeben. Deckel drauf und bei etwa 180° für 30 Minuten in den Ofen. Auf Rucolasalat mit einem Zitronen-Olivenöl-Dressing servieren.

Hauptspeise: Bregenzerwälder Käsknöpfle!

Die Feinheiten der Vorarlberger Nationalspeise benötigen einen eigenen Blogeintrag mit viel Platz für die Zubereitungsdetails und alle dazugehörigen Glaubenskriege (und mit ordentlichen Fotos).

käsknöpfle

Nachspeise: Weißes Schokolade-Lavendel-Mousse (Sahne)

Auch hier habe ich mich auf meinen Balkon verlassen und die eigenen Lavendelblüten verwendet.

  • Etwa eine Handvoll Lavendel
  • 200 g weiße Schokolade
  • 200 ml Sahne
  • 3 Eier
  • 50 g Butter
  • 30 g Zucker

Lavendelblüten in die Sahne geben, kurz erwärmen und wieder abkühlen lassen. Eiweiß steif schlagen. Das Eigelb mit der Butter und dem Zucker in einem Metallgefäß über Wasserdampf cremig rühren. Die Schokolade langsam schmelzen und die Lavendelsahne dazugeben. Die Creme und die Schokoladenlavendelsahnemasse vermischen, geschlagenes Eiweiß unterheben, in die entsprechenden Gefäße einfüllen und kalt stellen.

Den White Russian als zusätzlichen Abendbegleiter haben wir schlussendlich ausgelassen und waren über etwas “Klares” nach dem Hauptgang weit glücklicher.

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